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BAUGELD UND ZINSEN

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Allianz: Konjunktureintrübungen sprechen klar gegen steigende Zinsen. Aber die Verpflichtung der Banken gegenüber ihren Einlagekunden sprechen auch gegen einen weiteren Fall der Zinsen ins Negative. Unter diesen Rahmenbedingungen erscheinen die möglichen Entwicklungen begrenzt.

Commerzbank: Die EZB stellt für ihre nächste Ratssitzung im September ein umfangreiches Lockerungspaket in Aussicht. Wir rechnen wegen der zuletzt schwachen Konjunkturdaten nicht nur mit einer Senkung des Einlagensatzes, sondern auch mit einer Wiederaufnahme der Anleihekäufe. Damit zementiert die EZB ihre extrem lockere Geldpolitik, was die langfristigen Zinsen zum Jahresende nochmal drücken dürfte.

HypoVereinsbank: Die Konjunktur in der Eurozone verlor im zweiten Quartal wieder an Schwung. Der Inflationsdruck bleibt gering. Die Europäische Zentralbank hat eine weitere Leitzinssenkung in Aussicht gestellt. Darüber hinaus behält sie sich eine Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms vor. Gleichzeitig beginnt die amerikanische Notenbank den ersten Zinssenkungszyklus seit über zehn Jahren. In diesem Umfeld dürften die Kapitalmarktrenditen kurz- bis mittelfristig um ihr derzeitig sehr niedriges Niveau von -0,40 Prozent (10-jährige Bundrendite) pendeln.

ING Deutschland: Mario Draghi hat die Märkte noch nicht komplett überzeugen können, dass die EZB im September ein großes Maßnahmenpaket präsentieren wird. Da wir weiterhin davon ausgehen, dass die EZB nicht nur die Zinsen senken wird, sondern auch QE wieder startet, sollten die langfristigen Zinsen bis September noch mal sinken. Zum Ende des Jahres sollte eine aufhellende Konjunktur allerdings auch wieder zu leicht steigenden Zinsen führen.

MünchenerHyp: Aufgrund der Konjunkturschwäche und niedrigen Inflationsdaten senken die Notenbanken weltweit die Zinsen. Nach der FED dürfte die EZB nach der Sommerpause mit einem Zinsschritt von 0,10 bis 0,20 Prozentpunkten folgen. Zudem belastet die Wahl von Boris Johnson zum britischen Premierminister die Konjunkturerwartungen, da ein Brexit ohne Abkommen nun wahrscheinlicher ist. An den Rentenmärkten wurden daher zuletzt wieder historische Tiefststände bei 10- und 30-jährigen Bundesanleihen erreicht. Die Zinssätze für Hypothekendarlehen sind ebenfalls sehr niedrig und attraktiv. Wir rechnen nur mit kleineren Zinsschwankungen auf dem erreichten Niveau.

Postbank: Aktuell sehen wir kaum Gründe, die auf absehbare Zeit dafür sprechen, dass sich die Zinsen für längerfristige Hypothekendarlehen von ihren zuletzt erreichten historischen Tiefs nachhaltig lösen sollten. So hat der EZB-Rat im Rahmen seiner Juli-Sitzung mehr als deutlich gemacht, dass an eine geldpolitische Straffung derzeit nicht zu denken ist und wieder expansivere geldpolitische Maßnahmen unmittelbar bevorstehen dürften. Aber auch andere Notenbanken rund um den Globus treten angesichts einer abflauenden Weltkonjunktur auf das Gaspedal und sorgen für ein globales niedriges Zinsniveau. Auf Jahressicht erwarten wir die Zinsen für Hypothekendarlehen daher im Bereich ihres aktuellen Niveaus.

PSD Bank RheinNeckarSaar: Die schwachen konjunkturellen Aussichten machen tendenziell weitere zinssenkende Maßnahmen der EZB immer wahrscheinlicher. Dies kann auch die Wiederaufnahme der Anleihenkäufe durch die Zentralbank bedeuten. Der Schuldenstand der Euroländer bewirkt eine große Fragilität, die ebenfalls von der Zentralbank mit weiteren unkonventionellen Maßnahmen begleitet werden wird. Solange die Märkte dies akzeptieren, werden die Zinsen noch weiter fallen.

PSD Bank Rhein-Ruhr: Aufgrund der - wahrscheinlichen - Erweiterung der negativen Zinsen im kurzfristigen Bereich durch die EZB gehen wir auch von leicht sinkenden Zinsen langfristig aus.

Sparkasse zu Lübeck: Die EZB hat in der vergangenen Woche verkündet, dass die Inflations- und Konjunkturdaten in den kommenden Monaten eher enttäuschen werden. Um dem zu begegnen, wird sie wahrscheinlich den Einlagesatz weiter senken (aktuell -0,4 Prozent) und neue Wertpapierkäufe oder Liquiditätsmaßnahmen ankündigen. Alles in allem ist daher innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate mit einem weiter nachgebenden Zinsniveau zu rechnen.